Satzungen von 1952
Satzungen zu dem (turnus)mäßigen Ablauf des 4 Städteturnieres zwischen den vereinigten Hockey-Metropolen Bremen, Essen, Hamburg und Hannover.
1. Bulli: Dieses Hockeyturnier der IV. Mannschaften von Club zur Vahr, ETUF, UHC und DHC soll unter dem Motto stehen „Wir wollen zeigen, dass auch wir können“ – nämlich als IV Mannschaften unsere heimaltlichen Clubs bei Turnieren im „Ausland“ würdig vertreten! Dazu ist es jedoch notwendig, dass alle teilnehmenden Spieler wirklich „viertklassig“ sind!
2. Bulli: Wir wollen uns bemühen, dieses Turnier als Höhepunkt der Auch-Hockeyspieler im Frühjahr und im Herbst jedes Jahres noch recht oft ohne Ermüdungserscheinungen durchzuführen.
3. Bulli: Um keinen Vereinbei der Erringung des gestifteten Wanderpreises zu bevorteilen, sollen die weiteren Turniere wie die Olympiaden nach freier Vereinbarung umschichtig in einer der vier beteiligten Städte stattfinden.
4. Bulli und Ehrenbulli: Das ertse 4-Städte-Turnier fand in Hamburg bei der „Königlich IV.“ des UHC statt, der für ihre gute Idee großen Dank gebührt.
Das 2. Turnier – „als die Olympiade des kleinen Mannes“ – findet heute am 11.5.1952 bei den „Globetrottern“ des DHC Hannover statt, die als die Gewinner des ersten Ehrenpreises hiermit auch für die Zukunft einen Wanderpreis stiften.
5. Bulli: Der Sieger jedes 4-Städte-Treffens erhält den gestifteten Wanderpreis und hat in diese Turnierchronik eine launige Reportage des Turnierablaufes einzutragen (Seitenzahl bleibt völlig überlassen!)
6. Gedenk-Bulli: Alle Spiele mögen im Olympiajahr 1952 und auch künftig nach dem Motto ausgetragen werden: „Nicht Sieg entscheidet, sondern faires Spiel“ – lasst doch dem gegner auch mal ‚ne kleine Freude (- und den Ball!).
7. Bulli: Während des Turniers soll möglichst jede Mannschaft gegen jede andere spielen – oder falls die Beteiligten wegen zu hohen Blutalkohols eine solche Lungenbeanspruchung nicht aushalten, werden zur Ermittlung der Turniersieger zumindestens 2 Paarungen ausgelost, wobei dann in einem 2. Durchgang die Sieger und die Besiegten der ersten Paarungen gegeneinander treffen. Der Turniersieger hat den Wanderpreis beim nächsten Turnier wieder zu Verfügung zu stellen.
8. Bulli: Die Wettspiele werden a u c h nach den Regeln des Deutschen Hockeybundes ausgetragen. Fußball- und Schlagballregeln können zwar auf gegenseitige Vereinbarung, aber nur auf Antrag beim Spielführer des gastgebenden Vereines eingeführt werden.
9. Bulli: Störungen durch wetterbedingte Feuchtigkeit oder höhere Gewalt sollten mannhaft ignoriert werden. Bombentrichter auf dem Spielfeld sind allerdings zu umspielen, um den Platz nicht zu ruinieren.
10. Bulli: Neben den Hockeyspielen sind während der 4-Städte-Turniere noch Rahmenwettbewerbe wie Preisknobeln, Wetttrinken oder Ermittlung des „Meisters vom Weitspuck“ zur Förderung der „allround-Sportsmänner“ auszuschreiben.
11. Bulli: M a n n s c h a f t s f ü h r e r b e d e n k t bei der Mannschaftsaufstellung: Die bei unseren Turnieren mit Sicherheit zu erwartenden Zuschauer-Massen wollen nicht immer die gleichen Spieler auf den A-Plätzen kämpfen sehen. Darum stellt nicht die auf allen Hockeyplätzen bekannten Repräsentativen der oberen Mannschaften auf – denkt an die „Olympiade des kleinen Mannes“!
Schließlich können diese höheren Spieler sich nur mit großer Mühe und nach längerem Konditionstraining an das Tempo von uns 2Auch-Hockeyspielern“ gewöhnen!
12. Bulli: Ihr S t ü r m e r bedenkt, daß Ihr den Zuschauern die Spannung übermitteln müsst: „stoppt er den Ball – oder wieder nicht?“ Oder: „Trifft er ihn – oder etwa nicht?“ Den Ball dorthin zu schlagen, wo er hin soll, kann jeder; das hat das ent – begeisterte Publikum schon häufig bei den 1. Mannschaften zu sehen bekommen.
13. Bulli: V e r t e i d i g e r bedenkt, daß Ihr den angreifenden Stürmer nur in Notfällen zu treffen braucht, wenn Ihr nun schon den Ball nicht erreichen könnt – oder ihn etwa doppelt seht! Reagiert Eure Komplexe doch am Torpfosten ab.
14. Bulli: Ihr T o r w ä r t e r , Sündenböcke für alles, macht dem gegnerischen Sturm auch mal ‚ne kleine Freude und tut so, als ob Ihr den Torschuß nicht halten könntet! Spaß muß schließlich sein!
15. Bulli: Der mühsam beim Hockey erlaufene Durst darf für kein noch so hohes Angebot nach dem Spiel verkauft werden. Selber austrinken macht erst blau!
16. Bulli: Was auf dem Hockeyplatz versäumt wurde, ist an der Theke nachzuholen (Getränke müssen aber leider bezahlt werden!). S e n i o r e n d e s H o c k e y s bedenk, daß Ihr auch hier der Jugend ein (mengenmäßiges) Vorbild zu geben habt.
17. Bulli: Da jedes Wettspiel von einem Teilnehmer der anderen Mannschaften geschiedsrichtert wird, haltet diesen armen Würstchen zugute, dass sie ihr Bestes geben und vorher genau soviel tranken wie Ihr!
18. Bulli: Alle z.Z. im Ausland weilenden ehemaligen „Auch-Hockeyspieler“ sind von ihren Clubs über den Ausgang eines jeden 4-Städte-Treffens zu unterrichten, damit sie auch in fernen Ländern unsere Leistungen rühmen mögen.
Dieses wurde niedergeschrieben im Olympia-Jahr 1952
und gelte noch für künftige Generationen.
Ihr Einverständnis mit diesen Satzungen erklären
die zeichnungsberechtigten Mannschaftsführer
der 4 befreundeten Vereine
Bremen, Essen, Hamburg, Hannover.




